Startseite » Spieltiet statt Smartphone: Wie die Kita Peenehuus Generationen verbindet
Peenehagen / OT Groß Gievitz, 26.05.2026 – Wenn Kinder gemeinsam mit Seniorinnen und Senioren spielen, Plattdeutsch lernen und im Garten aktiv werden, entsteht ein besonderer Kita-Alltag voller Begegnungen. Unsere Einrichtung zeigt, wie lebendig Gemeinschaft im Dorf gelebt werden kann.
Wenn Seniorinnen und Senioren gemeinsam mit Kindern spielen, lachen und alte Spiele erklären, dann ist in der Kita wieder „Spieltiet“. Was zunächst wie ein kleines Projekt begann, ist inzwischen zu einem besonderen Bestandteil des Kita-Alltags geworden – und zeigt, wie wertvoll echte Begegnungen zwischen Jung und Alt sein können.
Einmal im Monat besuchen ältere Menschen aus der Umgebung die Kita, um gemeinsam mit den Kindern Zeit zu verbringen. Dabei geht es nicht nur ums Spielen. Die Seniorinnen und Senioren bringen alte Spiele, Geschichten und Erfahrungen mit, während die Kinder zeigen, was heute beliebt und „cool“ ist. So entsteht ein lebendiger Austausch, von dem beide Seiten profitieren.
Die Idee entwickelte sich aus der bereits bestehenden „Wohltiet“ und „Kaffeetiet“. Hinter den plattdeutschen Begriffen steckt ein einfaches, aber wirkungsvolles Konzept: gemeinsame Zeit. Einmal im Monat kommen die Gäste zum Mittagstisch in die Kita, zusätzlich gibt es regelmäßige Kaffeerunden. Die Kinder begrüßen ihre Besucher mit Liedern oder kleinen Programmen und helfen beim Eindecken der Tische.
Die Begegnungen stärken nicht nur das Gemeinschaftsgefühl, sondern schaffen auch Verständnis zwischen den Generationen. Für viele Kinder wird der Kontakt zu älteren Menschen dadurch ganz selbstverständlich. Gleichzeitig erleben die Seniorinnen und Senioren Wertschätzung und aktive Teilhabe.
Schon jetzt plant die Kita das nächste generationenübergreifende Projekt: die „Gartentiet“. Gemeinsam mit den Kindern sollen Beete gepflegt, Pflanzen gesetzt und Erfahrungen rund ums Gärtnern weitergegeben werden.
Doch auch darüber hinaus hat die Einrichtung einiges zu bieten. Jeden Dienstag findet eine Tanzstunde mit Jasmin vom Verein „Darf ich bitten?!“ aus Rechlin statt. Bewegung, Musik und Rhythmus gehören damit fest zum Wochenprogramm. Außerdem gibt es regelmäßig eine Krabbelgruppe sowie einen AG-Tag, an dem die Kinder selbst wählen dürfen, woran sie teilnehmen möchten. Aktuell stehen Plattdeutsch, Theater und Experimente auf dem Programm.
Eine weitere Besonderheit ist das Konzept der Barfußkita. Die Kinder dürfen selbst entscheiden, ob sie barfuß, mit Stoppersocken oder Hausschuhen unterwegs sind. Möglich macht das unter anderem die Fußbodenheizung im Haus. Schuhe bleiben im Eingangsbereich, Besucher nutzen sogenannte „Museumspantoffeln“.
Die Kita verbindet damit auf besondere Weise Gesundheitsförderung, Mitbestimmung und Gemeinschaft. Vor allem aber zeigt sie, dass oft die einfachen Dinge den größten Wert haben: Zeit miteinander verbringen, voneinander lernen und gemeinsam lachen.