Erzieherausbildung an den Mosaik-Fachschulen: Absolventen ziehen Bilanz

Serie Abschlussjahrgang 2026 – Menschen. Haltung. Zukunft.

Teil 3: Die Worte der Absolventinnen und Absolventen

Oranienburg, 9.07.2026 –Was bleibt nach drei Jahren Erzieherausbildung? Die Abschlussklassen der Mosaik-Fachschulen erzählen von ihrem persönlichen Weg, von Zusammenhalt, Entwicklung und einer Erkenntnis, die sie in den Beruf begleitet: Pädagogik beginnt mit der Haltung, Menschen wirklich zu sehen.

Aus den Abschlussreden von Helene Rossa, Anna Nuklies und Jan Adam: „Wir haben gelernt, Menschen zu sehen“

Die feierliche Zeugnisübergabe fand auf dem Campus des Mosaik-Gymnasiums Oberhavel der Jugend- und Sozialwerk gemeinnützigen GmbH in Oranienburg statt. Im Kunst- und Theaterraum kamen die Absolventinnen und Absolventen der beiden Mosaik-Fachschulen gemeinsam mit Lehrkräften, Praxisanleitungen, Einrichtungsleitungen sowie Vertreterinnen und Vertretern des Trägers zusammen, um den erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung zu feiern.

Nach der Würdigung durch die Schulleitung kamen jene zu Wort, um die es an diesem Tag ging, die angehenden Erzieherinnen und Erzieher selbst. In ihren Abschlussreden blickten die Klassen der Mosaik-Fachschulen aus Berlin und Oranienburg persönlich, humorvoll und bewegend auf drei intensive Ausbildungsjahre zurück. Dabei wurde deutlich, dass sie weit mehr mitnehmen als fachliches Wissen.

Was von drei Jahren Ausbildung bleibt: Die Abschlussreden der Erzieherklassen

Erst im Verlauf der Ausbildung begann sich das Bild zu fügen. Mit der Zeit wurde aus dem „Wie soll das alles gehen?“ ein „So ergibt es Sinn“. Die Theorie bekam eine Bedeutung im pädagogischen Alltag, und die Praxis wurde zum Spiegel der eigenen Haltung.

Drei Jahre Ausbildung lassen sich, wenn man den Berliner Absolventinnen und Absolventen glaubt, ungefähr so zusammenfassen: erste Tage voller Kennenlernspiele, sortierte Menschen nach Altersgruppen, Schneeballschlachten und die vorsichtige Hoffnung, dass niemand merkt, dass man beim ersten Word-Dokument schon ins Schwitzen gerät. Später kamen dann Präsentationen vor Lehrkräften, vor Gruppen, online, in der Praxis dazu und irgendwann auch die Erkenntnis, dass Praxismappen offenbar eine eigene Schwerkraft entwickeln. Und doch steckt hinter all diesen Momenten, die heute mit einem Schmunzeln erzählt werden, eine klare Entwicklung.

Vom Durcheinander zur Haltung

Am Anfang stand bei vielen das gleiche Erleben: ein neues System, neue Anforderungen, neue Menschen und die Frage, wie all das zusammenpassen soll. Präsentationen vor Lehrkräften, erste Praxiserfahrungen, theoretische Modelle und der Alltag in den Einrichtungen wirkten zunächst wie einzelne Bausteine ohne erkennbare Verbindung.

Was am Anfang wie ein Sammelsurium aus Theorie, Praxis, Abgabefristen und pädagogischen Fachbegriffen wirkte, begann sich im Laufe der Zeit zu sortieren. Aus Unsicherheit wurde Routine, aus Fragen wurden Zusammenhänge und aus „Wie soll das alles gehen?“ wurde Schritt für Schritt ein berufliches Verständnis.

Auch die Oranienburger Klasse blickte auf diese Entwicklung zurück – weniger laut, aber ebenso deutlich: Aus einer heterogenen Gruppe mit unterschiedlichen Lebenswegen wurde eine Gemeinschaft, die sich gegenseitig getragen hat. Unterschiedliche Erfahrungen, Lebensrealitäten und Ausbildungswege führten nicht auseinander, sondern zusammen.

Gemeinsam gewachsen – fachlich und menschlich

In den Abschlussreden beider Klassen wurde deutlich, dass sich die Ausbildung nicht nur als fachliche Qualifikation verstehen lässt. Immer wieder stand eine Erkenntnis im Mittelpunkt: Pädagogisches Handeln beginnt nicht bei Methoden, sondern bei der Haltung.

Besonders prägend waren für die Absolventinnen und Absolventen die Menschen, die sie während der Ausbildung begleitet haben. Mit großer Dankbarkeit erinnerten sie an ihre Lehrkräfte, Mentorinnen und Mentoren sowie die Praxisanleitungen. Sie hätten nicht nur Fachwissen vermittelt, sondern vorgelebt, worauf es in der pädagogischen Arbeit wirklich ankommt: Empathie, Respekt, Geduld und echtes Interesse am Menschen.

Der Blick auf Kinder und ihre Bedürfnisse, das Verstehen von Verhalten statt vorschneller Bewertung und die Bedeutung von Beziehung als Grundlage jeder pädagogischen Arbeit zogen sich wie ein roter Faden durch die vergangenen Jahre. Aus Lerninhalten wurde eine innere Orientierung und damit ein berufliches Selbstverständnis.

Mit Herz und Haltung in die Zukunft

Neben aller Fachlichkeit rückte mit der Verantwortung für sich selbst ein weiterer Aspekt in den Mittelpunkt der Abschlussgedanken. Die Absolventinnen und Absolventen betonten, wie entscheidend Selbstfürsorge im pädagogischen Alltag ist. Nur wer auf die eigenen Bedürfnisse achtet, könne auch für andere ein verlässlicher Begleiter sein.

Mit bewegenden Worten richtete die Klasse schließlich ihren Blick nach vorn. Sie ermutigte sich gegenseitig, die eigene Empathie zu bewahren, mutig neue Wege zu gehen und den Beruf mit Herz und Haltung auszuüben. Einige werden direkt in Einrichtungen übernommen, andere wechseln in neue Teams oder beginnen ein Studium. Die Wege gehen auseinander, doch die gemeinsame Erfahrung bleibt: Menschen in entscheidenden Lebensphasen begleiten zu können und dabei selbst weiter zu wachsen.

Am Ende steht ein Satz, der sich wie ein gemeinsamer Kern durch beide Abschlussklassen zieht. Es geht darum, Orte mitzugestalten, an denen Kinder sich sicher und gesehen fühlen. Oder, wie es eine der Klassen formulierte: „Wir sind ab heute die Designer der Zukunft.“

Dieser Beitrag ist Teil unserer Serie „Abschluss 2026 – Menschen. Haltung. Zukunft.“, in der wir die Abschlussfeier der staatlich anerkannten Erzieherinnen und Erzieher an den Mosaik-Fachschulen aus unterschiedlichen Perspektiven begleiten.

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