Pädagogik beginnt mit Haltung - Festrede von Angelika Hoof zur Abschlussfeier der Mosaik Fachschule für Sozialpädagogik Berlin

Serie: Abschlussjahrgang 2026 – Menschen. Haltung. Zukunft.

Oranienburg, 8.07.2026 – Bei der Abschlussfeier der Mosaik Fachschulen gab Schulleiterin Angelika Hoof den staatlich anerkannten Erzieherinnen und Erziehern eine Botschaft mit auf den Weg: Pädagogische Professionalität beginnt nicht bei Methoden, sondern bei der eigenen Haltung. Eine Festrede über Verantwortung, Selbstreflexion und den „Zauber des Anfangs“.

Mit Haltung in den Beruf: Festrede zur Abschlussfeier der Mosaik Fachschule

„Dieser Abschluss ist zugleich ein Anfang.“ Mit herzlichen Worten eröffnete Angelika Hoof, Schulleiterin der Mosaik Fachschule für Sozialpädagogik und Fachbereichsleiterin Fort- und Weiterbildung, ihre Festrede zur gemeinsamen Abschlussfeier der Mosaik-Fachschule für Sozialwesen in Oranienburg und der Mosaik Fachschule für Sozialpädagogik in Berlin. Sie gratulierte den nun staatlich anerkannten Erzieherinnen und Erziehern zu ihrem erfolgreichen Abschluss und würdigte die Leistungen der vergangenen drei Ausbildungsjahre.

Lernen, reflektieren, diskutieren, präsentieren und die enge Verknüpfung von Theorie und Praxis hätten die Ausbildung geprägt und die Absolventinnen und Absolventen auf ihren verantwortungsvollen Beruf vorbereitet. Gleichzeitig sei die feierliche Zeugnisübergabe weit mehr als das Ende einer Ausbildung. Sie markiere den Beginn eines neuen Lebensabschnitts, verbunden mit der Aufgabe, Kinder in einer entscheidenden Phase ihrer Entwicklung zu begleiten und ihre Bildungsbiografie aktiv mitzugestalten.

Mehr als Fachwissen

Im Mittelpunkt ihrer Ansprache stand die Überzeugung, dass pädagogische Professionalität weit über Methoden und Fachwissen hinausgeht. Entscheidend sei die Haltung, mit der Erzieherinnen und Erzieher Kindern begegnen. Dabei griff Angelika Hoof einen zentralen Gedanken des Berliner Bildungsprogramms auf: „Ihre täglichen Entscheidungen und Handlungen und Ihre dem zugrunde liegende Haltung prägen die Bildungsprozesse der Kinder entscheidend.“ Gerade deshalb komme Wertschätzung, Empathie und einem authentischen Beziehungsangebot eine besondere Bedeutung zu. Kinder bräuchten Erwachsene, die sie ernst nehmen, ihnen aufmerksam begegnen und ihre Entwicklung mit Offenheit und Respekt begleiten.

Haltung beginnt bei sich selbst

Pädagogische Haltung, so Angelika Hoof, richte sich jedoch nicht nur auf andere Menschen. Sie beginne auch bei der Fähigkeit, das eigene Handeln immer wieder zu reflektieren, Feedback anzunehmen und sich selbst mit derselben Aufmerksamkeit zu begegnen, die man Kindern entgegenbringt. Selbstfürsorge sei deshalb kein Zeichen von Schwäche, sondern eine Voraussetzung für professionelles Handeln. Wer die eigenen Grenzen kenne, Unterstützung annehme und im Team offen kommuniziere, könne auch in herausfordernden Situationen handlungsfähig bleiben und Kindern die Sicherheit geben, die sie für ihre Entwicklung brauchen.

Dabei machte sie zugleich Mut, den eigenen Anspruch an Perfektion loszulassen. Nicht jede Situation lasse sich ideal lösen. Entscheidend sei die Bereitschaft, sich immer wieder neu auszurichten, aus Erfahrungen zu lernen und den Menschen mit Empathie, Offenheit und Zuversicht zu begegnen.

Angelika Hoof richtete den Blick auf den Weg, der nun vor den Absolventinnen und Absolventen liegt. Die staatliche Anerkennung sei ein bedeutender Meilenstein, zugleich aber auch der Beginn eines Berufs, in dem Lernen und persönliche Entwicklung niemals enden. Sie schloss mit einem Wunsch, der den Charakter der Feier treffend zusammenfasste: Der erfolgreiche Abschluss sei nicht das Ende der Ausbildung, sondern  der Beginn eines neuen Kapitels. Dafür wünsche sie ihnen den „Zauber des Anfangs“ sowie Freude, Zuversicht und Erfüllung auf ihrem weiteren Berufsweg.

* Das berühmte Zitat „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, / Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben“ stammt von dem Schriftsteller Hermann Hesse. Er hat diese Zeilen in seinem bekannten Gedicht „Stufen“ (verfasst 1941) verewigt. Das Werk thematisiert das Loslassen, die Vergänglichkeit und die Bereitschaft, sich immer wieder neuen Lebensabschnitten zu stellen. 

Dieser Beitrag ist Teil unserer Serie „Abschluss 2026 – Menschen. Haltung. Zukunft.“, in der wir die Abschlussfeier der staatlich anerkannten Erzieherinnen und Erzieher an den Mosaik-Fachschulen aus unterschiedlichen Perspektiven begleiten.

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