Aimee Koffi-Schäfer: „Ich wollte nicht nur zuschauen, sondern dazugehören“

Serie Abschlussjahrgang 2026 – Menschen. Haltung. Zukunft.

Teil 6: Die Geschichten hinter den Absolventen

Oranienburg, 7.08.2026 – Ein Flyer der Arbeitsagentur wurde zum Wendepunkt: Aimee Koffi-Schäfer entschied sich für die Ausbildung zur Erzieherin und meisterte trotz Sprachbarrieren und großer Herausforderungen den Weg bis zum Diplom. Heute verbindet sie ihren neuen Beruf mit ihren französischen Wurzeln und ihrer langjährigen Erfahrung als Lehrerin.

Angekommen – in Deutschland und in ihrem Traumberuf

Aimee Koffi-Schäfer stammt aus der Elfenbeinküste und lebt seit fünf Jahren in Deutschland. Zuvor lebte sie gemeinsam mit ihrem deutschen Ehemann, einem Ingenieur, in ihrer Heimat. Kennengelernt hatten sich beide in Ghana, seitdem sprach das Paar Englisch miteinander. In der Elfenbeinküste ist Französisch Amtssprache, im familiären Alltag blieb Englisch die gemeinsame Sprache.

Die Entscheidung, nach Deutschland zu gehen, fiel bewusst als Familienentscheidung. Ausschlaggebend war vor allem die schulische Perspektive der gemeinsamen Tochter, heute 16 Jahre alt. Die Familie sah, dass die Bildungskosten in ihrer Heimat weiter steigen würden und der Zugang zu guter Ausbildung zunehmend unsicher erschien. Deutschland wurde so zu einem Neuanfang, aber auch zu einem Bruch.

Ankommen heißt: sofort Deutsch lernen

Kaum in Deutschland angekommen, beginnt Aimee Koffi-Schäfer mit dem Besuch einer Sprachschule. Für sie ist das keine Option, sondern eine klare Notwendigkeit. Sie will die Sprache ihres neuen Heimatlandes nicht irgendwann lernen, sondern sofort. Der Grund ist einfach und zugleich grundlegend: Sie will nicht außen vor bleiben. Nicht abhängig sein. Nicht darauf angewiesen sein, dass jemand für sie spricht. Sie will am Alltag teilnehmen, selbst einkaufen, selbst Gespräche führen, selbst verstehen, was um sie herum geschieht.

Es folgen zwei intensive Jahre Sprachunterricht bis zum Niveau B2 – ein Prozess, der sie fordert, aber konsequent von ihr durchgezogen wird.

Ein Besuch im Amt – und ein Satz, der hängen bleibt

Als sie später den nächsten beruflichen Schritt sucht, führt sie der Weg zur Arbeitsagentur. Dort bekommt sie, mit einer gewissen bürokratischen Leichtigkeit, die im Nachhinein fast unwirklich wirkt, einen Vorschlag, der sie kurz innehalten lässt. Sie solle doch in einer Bäckerei arbeiten, erklärt ihr die Sachbearbeiterin. Ihre Deutschkenntnisse seien schließlich noch im Aufbau, und im Verkauf könne sie „gut üben“.

Aimee Koffi-Schäfer erinnert sich heute mit einer Mischung aus Staunen und Ironie an diesen Moment. Es ist einer dieser Sätze, die nicht laut sind, aber lange nachhallen, nicht wegen des Inhalts allein, sondern wegen der Selbstverständlichkeit, mit der er ausgesprochen wurde. Sie selbst sieht das anders. Und sie geht diesen Weg nicht.

Ein neuer Anfang über einen Zufall

Stattdessen entdeckt sie in den Unterlagen der Arbeitsagentur einen Flyer: das duale Studium zur staatlich anerkannten Erzieherin. Vermittelt wird der Einstieg über die Jugend- und Sozialwerk gemeinnützige GmbH, die auch die Praxisstellen in Zusammenarbeit mit der Mosaik Fachschule für Sozialpädagogik organisiert.

In diesem Moment wird ihr etwas klar. Die Arbeit mit Kindern ist kein Neuland für sie. In der Elfenbeinküste war sie bereits als Lehrerin an einer Privatschule tätig, unterrichtete Französisch und arbeitete eng mit Kindern und Jugendlichen. Später führte sie über viele Jahre ein eigenes Modegeschäft. Die Entscheidung fällt schnell: Das passt zu ihr.Der Einstieg beginnt mit einem Kennenlernpraktikum in einer Kita in Hohen Neuendorf. Zwei Wochen, in denen sie herausfindet, ob der Beruf in Deutschland wirklich zu ihr passt und umgekehrt. Der Alltag bestätigt den Eindruck. 2022 beginnt sie das duale Studium zur staatlich anerkannten Erzieherin. Der Start ist herausfordernd: Sprache, Theorie, Fachtexte, vieles kostet deutlich mehr Zeit als bei anderen. Besonders das Lesen und das Verstehen der Inhalte ist am Anfang eine Hürde. Doch sie bleibt dran. Unterstützt von Lehrkräften und Praxisanleitungen wächst sie Schritt für Schritt in die Rolle hinein.

Der Einstieg beginnt mit einem Kennenlernpraktikum in einer Kita in Hohen Neuendorf. Zwei Wochen, in denen sie herausfindet, ob der Beruf in Deutschland wirklich zu ihr passt und umgekehrt. Der Alltag bestätigt den Eindruck. 2022 beginnt sie das duale Studium zur staatlich anerkannten Erzieherin. Der Start ist herausfordernd: Sprache, Theorie, Fachtexte, vieles kostet deutlich mehr Zeit als bei anderen. Besonders das Lesen und das Verstehen der Inhalte ist am Anfang eine Hürde. Doch sie bleibt dran. Unterstützt von Lehrkräften und Praxisanleitungen wächst sie Schritt für Schritt in die Rolle hinein.

Ein Weg, der Mut macht: Von der Elfenbeinküste in eine Berliner Kita

Heute hat Aimee Koffi-Schäfer ihren Abschluss in der Tasche. Eine feste Stelle in einer Berliner Kita ist bereits in Aussicht, in der Deutsch und Französisch gleichermaßen gesprochen werden. Damit verbindet sich für sie vieles: die neue Sprache, ihre frühere Tätigkeit als Lehrerin und ihre Herkunft. „Ich wollte nicht nur zuschauen, sondern dazugehören“, sagt sie.

Ihr Weg führte sie von einem Kontinent auf den anderen – und in bemerkenswert kurzer Zeit ans Ziel: fünf Jahre, davon zwei in der Sprachschule und drei in der Fachschule für Sozialpädagogik. Ein konsequent gehaltener Weg, der zeigt, wie schnell Integration gelingen kann, wenn Ziel und Entschlossenheit klar sind.

Dieser Beitrag ist Teil unserer Serie „Abschluss 2026 – Menschen. Haltung. Zukunft.“, in der wir die Abschlussfeier der staatlich anerkannten Erzieherinnen und Erzieher an den Mosaik-Fachschulen aus unterschiedlichen Perspektiven begleiten.

Aktuelles aus dem Verbund

Hort Waldkids 2026-Inselhopping-3
3. September 2026 - Von Survival im Wald über eine Reise durch die Jahrzehnte bis hin zu einer eigenen Schatzsuche: Die Sommerferien bei den Waldkids in Hohen Neuendorf waren alles andere als langweilig. Sechs Wochen lang erwartete die Kinder ein abwechslungsreiches Ferienprogramm mit spannenden Mottos, kreativen Angeboten, Ausflügen, Bewegung, Experimenten und ganz viel gemeinsamer Zeit.
News-Manuela Friedrich Hock mit Frieda 2026
Freyenstein, 02. September 2026 - An der Grundschule am Wall in Freyenstein gibt es in diesem Schuljahr einen besonderen Neuzugang: Frieda. Die vierjährige, ausgebildete Therapiehündin soll Schritt für Schritt zum Schulhund werden und Kinder im Schulalltag begleiten. Ihre Besitzerin Manuela Friedrich-Hock ist eine von drei neuen Lehrkräften an der Schule.
Kita-Tiefwarensee-Sponsorenlauf-2026
31. August 2026 Waren (Müritz) - Für einen neuen Kletterturm haben die Kinder der Kita Tiefwarensee bereits am 21. Juni beim Sponsorenlauf Runde um Runde zurückgelegt. Insgesamt kamen dabei 2.075 Euro zusammen.
Kita Pfiffikus Einlauf Energie Cottbus 2026-2
Cottbus, 25. August 2026 - Bereits am 8. September hieß es: Trikot an, Hand des Profis greifen und ab ins Stadion: Elf Kinder der Kita Pfiffikus durften beim ersten Zweitliga-Heimspiel von Energie Cottbus nach dem Aufstieg gemeinsam mit den Profis einlaufen. Ein Fußballerlebnis, das die Kinder so schnell nicht vergessen werden.
Kia EntdeckerWerkStadt-Krebslauf 2026-2
Dresden, 25. August 2026 - 154 Runden, 61,6 Kilometer und Platz drei: Die neun Turboblitze der Kita EntdeckerWerkStadt waren am 10. Juni beim Generationenlauf „Laufend gegen Krebs“ erfolgreich. Gemeinsam mit ihren Eltern liefen sie für einen guten Zweck und holten sich am Ende sogar einen Pokal.
Kia EntdeckerWerkStadt-Wasserbaustelle 2026-1
Dresden, 25. August 2026 - Bereits ab 08. Juni drehte sich eine Woche lang alles ums Wasser. Ein besonderes Highlight war die Wasserbaustelle der Stadtentwässerung Dresden – und auch Jolinchen ließ sich den Spaß im Regen nicht entgehen.